In Kap­peln betreibt die Fam­i­lie Alt­haus das ein­zi­ge uns bekan­nte orig­i­nal mau­ri­tian­is­che Restau­rant in Deutsch­land. Das “La Case Kreol”. Fran­cie Alt­haus hat nun ein Koch­buch ver­öf­fent­licht, dass uns in die Geheim­nis­se der kreo­li­schen Küche ein­weiht und das wir gern vor­stel­len und ver­lo­sen!

Wir selbst sind von dem Koch­buch begeis­tert, haben bereits eini­ge Rezep­te nach­ge­kocht und konn­ten so mit allen Sin­nen nach Mau­ri­ti­us rei­sen. Toll! Wir freu­en uns sehr, dass uns Fran­cie erlaubt hat, Ihr Vor­wort zum Koch­buch hier ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen.

Und auch, dass wir eines der Bücher ver­lo­sen dür­fen! Hin­ter­las­sen Sie uns dafür ein­fach bis zum 27.02.2011 einen Kom­men­tar hier, wel­che kuli­na­ri­sche Erin­ne­rung Sie mit Mau­ri­ti­us ver­bin­den.

“La Case Kreol — Mau­ri­ti­us: Das Koch­buch” — Vor­wort von Fran­cie Alt­haus

Schon bei der Geburt wur­de ich mit reich­lich inter­na­tio­na­lem Flair beschenkt. Mei­ne Urah­nen stam­men aus ver­schie­de­nen Ecken die­ser Welt: Indi­en, Paki­stan, Mada­gas­kar, Frank­reich und Eng­land. Ich habe einen Deut­schen gehei­ra­tet, bin nach Deutsch­land gekom­men und habe das Glück gehabt, zusam­men mit mei­nem Mann in Äthio­pi­en und den Inseln der Salo­mo­nen zu leben und zu arbei­ten. Rei­sen durch Süd­afri­ka, Neu­see­land, Aus­tra­li­en und Sam­bia ermög­lich­ten mir, mehr Ess­kul­tu­ren ken­nen zu ler­nen und neu­es zu pro­bie­ren.

Mit 9 Jah­ren schon fing ich an zu kochen und die ers­ten Erfah­run­gen zusam­men mit mei­ner jün­ge­ren Schwes­ter haben schon Nar­ben hin­ter­las­sen. Der Herd war viel zu hoch, aber zu zweit auf einem klei­nen Hocker dis­ku­tier­ten wir, was wohl als Ers­tes in die hei­ße Pfan­ne mit Öl käme.… Weder Ver­bren­nun­gen noch Ent­täu­schun­gen haben mich davon abge­hal­ten, immer wie­der neue Ver­su­che zu unter­neh­men, die mich heu­te zu einer lei­den­schaft­li­chen Köchin gemacht haben.

In Mau­ri­ti­us leben Hin­dus und Mos­lems sowie Chi­ne­sen, Kreo­len, Afri­ka­ner, Fran­ko-Mau­ri­tia­ner und Anglo-Mau­ri­tia­ner. Die­se Viel­falt an Kul­tu­ren erweck­te bei mir schon als Kind die Neu­gier, ver­schie­de­ne Gerich­te zu pro­bie­ren und spä­ter wuchs das Wis­sen dar­über. Wenn ich unsi­cher war, konn­te ich mei­ne indi­sche Oma oder die Nach­bar­schaft fra­gen oder ein­fach ande­ren beim Kochen zuse­hen. Um selbst Neu­es pro­bie­ren zu kön­nen, habe ich als jun­ges Mäd­chen mei­ne Mut­ter gekö­dert, indem ich sie frag­te, mir für die Wochen­end- Par­tys etwas Neu­es zu nähen und dafür wür­de ich dann kochen. Sol­che Momen­te waren sehr güns­tig, um mich aus­zu­to­ben und ein Fest­essen für die Fami­lie vor­zu­be­rei­ten.

Mit 22 Jah­ren kam ich nach Deutsch­land und hat­te manch­mal Sehn­sucht nach vie­lem, was es zu Hau­se auf Mau­ri­ti­us gab. So habe ich dann mit den in Deutsch­land erhält­li­chen Zuta­ten kreo­lisch gekocht. Mitt­ler­wei­le wur­de mei­ne Küche immer wie­der zu einem Labor, egal wo ich war, habe ich vie­le neue Sachen aus­pro­biert, aber ich hat­te nie gedacht, die­se auf­zu­schrei­ben.

Vor 20 Jah­ren kam ich auf die Idee, es zu tun und jetzt habe ich eini­ges davon in die­sem Buch zusam­men gestellt. Ich habe die Freu­de, es Euch vor zu stel­len. Ich fin­de, Kochen ist eine Kunst. Es ist Krea­ti­on, es ist Fan­ta­sie und ein Koch­buch ist dazu da, um sich neue Ide­en und Mög­lich­kei­ten anzu­eig­nen. Obwohl vie­le Lebens­mit­tel aus fer­nen Län­dern den Weg hier­her fan­den, war es nicht immer so ein­fach, die mir bekann­ten Zuta­ten über­all zu fin­den. Ich kann mich erin­nern, dass die teu­ers­ten Man­gos mei­nes Lebens mich vor drei­ßig Jah­ren 7 DM pro Stück gekos­tet haben, weil ich sie aus Mau­ri­ti­us bestellt hat­te und die kamen per Luft­post. Heu­te sind die Super­märk­te, die Deli­ka­tes­sen- und Asia-Läden mit den ver­schie­dens­ten exo­ti­schen Lebens­mit­teln gefüllt. Vie­le der bis­lang hier unbe­kann­ten Obst- und Gemü­se­sor­ten sowie bis­her frem­de Gewür­ze ste­hen uns jetzt zur Ver­fü­gung.

Ich freue mich, mein Wis­sen über die ver­schie­de­nen Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten sol­cher Gewür­ze und Zuta­ten in der kreo­li­schen Küche mit Euch zu tei­len. Ich wün­sche einen guten Appe­tit und viel Spaß beim Kochen, Aus­pro­bie­ren und beim Ver­wöh­nen Eurer Gäs­te.

Fran­cie Alt­haus

Mehr Infro­ma­tio­nen zum “La Case Kreol” und zu Fran­cie Alt­haus erfah­ren Sie auch in unse­rem Inter­view, dass wir vor eini­ger Ziet mit ihr geführt haben. Wir wün­schen viel Glück bei der Ver­lo­sung, viel Freu­de am Nach­ko­chen der Rezep­te und guten Appe­tit!