Seit über 25 Jah­ren führt Wolf­gang Därr gemein­sam mit sei­ner Frau Mai­sie „Traum­in­sel Rei­sen“ und gehört zu den füh­ren­den Spe­zi­al­an­bie­tern für die Desti­na­tio­nen im Indi­schen Oze­an. Doch Wolf­gang Därr ist nicht nur der Spe­zia­list für Ihren Mau­ri­ti­usur­laub. In unse­rem Inter­view gibt er auch Aus­kunft über sei­ne Rei­se­füh­rer und die Tätig­keit als Hono­rar­kon­sul.

Herr Därr, ist Mau­ri­ti­us eine Traum­in­sel?

Das kommt auf den Betrach­ter an! Für vie­le Mau­ri­tier ist die Insel sicher kei­ne Traum­in­sel, sie träu­men eher davon nach Frank­reich oder Eng­land aus­wan­dern zu kön­nen. Für einen Urlau­ber aber kommt die Insel der Vor­stel­lung von einer Traum­in­sel recht nahe, beson­ders wenn er sich auf den Besuch der Strän­de, der Golf­plät­ze und der aus­ge­zeich­ne­ten Hotels kon­zen­triert. Ich ken­ne kei­ne ande­re Urlaubs­in­sel auf der die Ein­rich­tun­gen für Urlau­ber so per­fekt gepflegt sind, wo die Gär­ten von üppi­gem Grün über­quel­len und das gan­ze Jahr blü­hen, wo man dem Gast jeden Wunsch von den Augen abliest ohne auf „Bak­schisch“ zu schie­len.

Was kommt Ihnen als ers­tes in den Sinn, wenn Sie an Mau­ri­ti­us den­ken?

Für mich per­sön­lich ver­bin­det sich mit dem Begriff Mau­ri­ti­us der ehr­lich-herz­li­che Umgang der Men­schen mit­ein­an­der und mit den Besu­chern aus aller Welt. Auf die­ser klei­nen Insel leben seit Jahr­hun­der­ten Men­schen aus fast allen gro­ßen Welt­kul­tu­ren zusam­men. Als Skla­ven oder als bil­li­ge Arbeits­kräf­te wur­den sie aus Afri­ka, Indi­en und Chi­na ins Land geholt und haben gelernt ein­an­der zu respek­tie­ren. Sie spre­chen in ihren Fami­li­en bis heu­te die Spra­chen ihrer Hei­mat, sie spre­chen aber auch alle mau­ri­ti­sches „Kreol“, das ein gram­ma­ti­ka­lisch ver­ein­fach­tes Fran­zö­sisch aus dem 18ten Jahr­hun­dert ist. Es ent­hält vie­le Ele­men­te aus afri­ka­ni­schen, indi­schen und chi­ne­si­schen Spra­chen und ist das wich­tigs­te ver­bin­den­de Ele­ment zwi­schen den Kul­tu­ren. Eben­so wie die­se ein­heit­li­che Spra­che ent­stand auch eine typi­sche kreo­li­sche Küche und kreo­li­sche Musik. Bei­de haben wie die Spra­che vie­le Ele­men­te auf­ge­nom­men. Die kreo­li­sche Küche ver­fei­nert die aus aller Welt mit­ge­brach­ten Rezep­te mit den auf der frucht­ba­ren Vul­ka­ner­de der Insel üppig gedei­hen­den Gewür­zen. Ein eng­li­sches „Stew“ hat geschmack­lich – zum Glück — wenig mit dem Ori­gi­nal zu tun, Cur­ry­ge­rich­te wer­den mit Gewürz­mi­schun­gen zube­rei­tet, die weit­aus mehr Ele­men­te beinhal­ten als das indi­sche Ori­gi­nal.

Aber für mich das Ver­blüf­fends­te ist der fried­fer­ti­ge Umgang der Kul­tu­ren mit­ein­an­der. Weih­nachts- und Oster­fest sind nicht nur für die 5% christ­li­cher Mau­ri­tier Höhe­punk­te des Jah­res, Chi­ne­se New Year und Diva­li wer­den nicht nur von Mau­ri­ti­ern chi­ne­si­scher oder indi­scher Abstam­mung gefei­ert. Chris­ten und Bud­dhis­ten betei­li­gen sich an hin­du­is­ti­schen Pil­ger­wan­de­run­gen, Hin­dus und Kon­fu­zia­ner ver­eh­ren den katho­li­schen „Insel­hei­li­gen“ Père Laval zu des­sen Grab sie an sei­nem Todes­tag gemein­sam mit ihren christ­li­chen Lands­leu­ten pil­gern. Die Kul­tu­ren respek­tie­ren ein­an­der, doch hei­ra­ten tun sie bis heu­te nahe­zu aus­schließ­lich inner­halb ihrer Kul­tur.

Seit über 25 Jah­ren ken­nen Sie Mau­ri­ti­us. Erzäh­len Sie uns doch bit­te wie alles ange­fan­gen hat und woher die­se lie­be­vol­le Lei­den­schaft für die Inseln des Indi­schen Oze­ans kommt.

Eigent­lich ist das eine lan­ge Geschich­te, aber ich ver­su­che sie kurz zu fas­sen: Nach dem Abschluss des Stu­di­ums wur­de ich mit mei­ner Schwä­ge­rin und mei­nem Bru­der Teil­ha­ber der Fir­ma „Därr’s Expe­di­ti­ons­ser­vice“ in der wir alles anbo­ten, was man für indi­vi­du­el­le Rei­sen braucht. Vom Schlan­gen­biss-Set, über Wüs­ten­sand­ble­che, Zel­te und Trek­king­schu­he bis zu Rei­se­füh­rern. Dabei wuchs in mir der Wunsch, eines Tages einen Rei­se­füh­rer über ein fer­nes Land zu schrei­ben über das es damals noch nichts zu lesen gab. So kam ich auf Mada­gas­kar. Da Mada­gas­kar aber voll­kom­men unbe­kannt war, ent­schloss ich mich, das The­ma aus­zu­wei­ten und über die „Inseln im west­li­chen Indi­schen Oze­an“ zu schrei­ben. Das Buch soll­te eine Chan­ce haben ver­kauft zu wer­den und mit Mada­gas­kar allei­ne hielt ich das für unwahr­schein­lich. Und zu den Inseln im west­li­chen Indi­schen Oze­an gehört neben Mada­gas­kar, La Réuni­on, Komo­ren und Sey­chel­len eben auch Mau­ri­ti­us. Bei den Recher­chen auf den Sey­chel­len lern­te ich dann mei­ne heu­ti­ge Frau ken­nen, was die Ver­bin­dung zu der Regi­on natür­lich inten­si­vier­te. Heu­te rei­se ich drei bis vier­mal pro Jahr dort­hin, um für die inzwi­schen im DuMont Ver­lag erschei­nen­den Rei­se­füh­rer und für mei­ne Fir­ma „Traum­in­sel Rei­sen“ zu recher­chie­ren, mit der mei­ne Frau und ich uns auf die Ver­an­stal­tung von Rei­sen in die­se Regi­on spe­zia­li­siert haben. Inzwi­schen ken­ne ich mich auf den Inseln bes­ser aus, als in mei­nem Hei­mat­land­kreis.

Hin und wie­der wer­de ich mit der Fra­ge kon­fron­tiert, war­um man sich sei­ne Rei­se nach Mau­ri­ti­us von einem Spe­zi­al­an­bie­ter arran­gie­ren las­sen soll­te. War­um soll­te ich?

Eines ist klar, es gibt inzwi­schen Dut­zen­de von Rei­se­ver­an­stal­tern die Mau­ri­ti­us im Pro­gramm haben. Die bekann­ten „Häu­ser“ kann man bei allen buchen und preis­lich unter­schei­den sie sich nur mini­mal von­ein­an­der. Unter­schie­de aber gibt es bei der Aus­wahl der ange­bo­te­nen Unter­künf­te. Die Groß­ver­an­stal­ter kon­zen­trie­ren sich auf die gro­ßen Hotels in denen sie Zim­mer­kon­tin­gen­te fest bele­gen kön­nen. Nur so ist es mög­lich die Buchung per „Maus­klick“ sofort zu bestä­ti­gen. Ein Spe­zi­al­an­bie­ter wie Traum­in­sel Rei­sen hat sol­che Hotels natür­lich auch im Pro­gramm, denn sie sind oft aus­ge­zeich­net geführt und erfül­len die Urlaubs­wün­sche vie­ler Gäs­te per­fekt. Aber nicht alle tun das in glei­cher Wei­se. Ein „guter“ Ver­an­stal­ter kann in einem aus­führ­li­chen Bera­tungs­ge­spräch erken­nen, wel­ches Hotel für die spe­zi­el­len Wün­sche jeden Gas­tes am Bes­ten passt. Und das kön­nen die „Spe­zia­lis­ten“ in der Regel bes­ser als die „Gene­ra­lis­ten“. Hin­zu kommt, dass die Spe­zia­lis­ten auch klei­ne­re Hotels oder Gäs­te­häu­ser im Pro­gramm anbie­ten, die mit ihren weni­gen Zim­mern nicht für den „Mas­sen­ver­kauf“ über Maus­klick im Inter­net geeig­net sind. Und wer sich gut aus­kennt, hat die Mög­lich­keit aus der Viel­falt ange­bo­te­ner klei­ner Gäs­te­häu­ser oder Bou­ti­que­ho­tels die­je­ni­gen her­aus­zu­fin­den, die hin­sicht­lich Freund­lich­keit, Essens­qua­li­tät, Zim­mer­ein­rich­tung den bekann­ten gro­ßen Hotels nicht nach­ste­hen – oder sie gar über­tref­fen.

Und bedeu­tet „spe­zi­al“ nicht auch gleich „teu­rer“?

Nein, das bedeu­tet es ganz sicher nicht. Das ist völ­lig aus­ge­schlos­sen, denn kein Gast der sich bei einem Spe­zia­lis­ten bera­ten lässt wird dar­auf ver­zich­ten im Nach­hin­ein mit ein paar Maus­klicks zu prü­fen, ob der ihm ange­bo­te­ne Preis „stimmt“. Und wenn er das Hotel im Inter­net zu einem bil­li­ge­ren Preis fin­det ist er in der Zwick­müh­le: soll ich dem­je­ni­gen mehr bezah­len, der mich auf „mein Haus“ auf­merk­sam gemacht hat, oder buche ich es da, wo ich es bil­li­ger bekom­me? Nicht sel­ten wird die Ent­schei­dung auf die zwei­te Ver­si­on fal­len und der Spe­zia­list bekommt sei­ne Arbeit nicht bezahlt.

Der Maler Micha­el Adams gestal­tet seit Jah­ren die Titel­bil­der Ihrer Kata­lo­ge. Wie kam es zu die­ser krea­ti­ven Zusam­men­ar­beit?

Micha­el Adams hat sein Mal­stu­dio nicht weit von unse­rem Haus auf den Sey­chel­len ent­fernt und ich habe sei­ne Bil­der schon immer bewun­dert. Eines Tages lud er mei­ne Frau und mich zum Abend­essen zu sich ein und wir spra­chen dar­über, wie er es schafft von sei­nem klei­nen Stu­dio aus und ohne pro­fes­sio­nel­les Mar­ke­ting den­noch einen hohen Bekannt­heits­grad zu erwer­ben. Dabei wur­de die Idee gebo­ren, auf den Titeln unse­rer Pro­spek­te in Zukunft jeweils eines sei­ner Bil­der dar­zu­stel­len. Für ihn erhöht es die Bekannt­heit und der Kata­log von Traum­in­sel Rei­sen unter­schei­det sich damit fun­da­men­tal von ande­ren. Ein Gewinn für bei­de also, zumal es mir immer wich­tig war in dem Kata­log nicht nur die Hotels vor­zu­stel­len, son­dern auch das Land. Und kein Foto hat die Kraft das Lebens­ge­fühl der Sey­chel­len so zum Aus­druck zu brin­gen wie ein Aqua­rell von Micha­el Adams.

Apro­pos Sey­chel­len – Sie sind Hono­rar­kon­sul der Sey­chel­len. Wie wird man das und wel­che Auf­ga­ben, Rech­te und Pflich­ten bringt die­ser Titel mit sich?

In den 90er Jah­ren trenn­te sich die Regie­rung der Sey­chel­len von ihrer bis­he­ri­gen Ver­tre­tung in Süd­deutsch­land und war auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Nach­fol­ger. Da ich zu die­ser Zeit bereits wegen mei­nes Rei­se­füh­rers über die Sey­chel­len und auch mit Traum­in­sel Rei­sen Kon­tak­te zu den Behör­den der Sey­chel­len hat­te, wur­de ich gefragt, ob ich bereit bin die­ses Ehren­amt zu über­neh­men. Und das tat ich ohne so recht zu wis­sen, was auf mich zukam. Inzwi­schen ist das kla­rer gewor­den. Einer­seits muss ich mich um Staats­an­ge­hö­ri­ge der Sey­chel­len küm­mern, wenn die­se bei einem Auf­ent­halt in Deutsch­land in Schwie­rig­kei­ten gera­ten, ande­rer­seits bit­tet mich die Regie­rung der Sey­chel­len immer wie­der ein­mal Kon­tak­te mit Fir­men, Regie­rungs­stel­len, Rechts­an­wäl­ten oder ande­ren Bera­tern her­zu­stel­len, deren Unter­stüt­zung sie für die Ver­wirk­li­chung eines Pro­jek­tes auf den Sey­chel­len benö­tigt. Bei­de Auf­ga­ben machen viel Freu­de und sind – Gott sei Dank – auch nicht all­zu zeit­in­ten­siv.

Es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, als Rei­se­ver­an­stal­ter auch Rei­se­füh­rer zu ver­öf­fent­li­chen. Sie tun dies im renom­mier­ten DuMont-Ver­lag. Wann haben Sie Ihre Lust am Schrei­ben ent­deckt?

Dazu habe ich ja oben bereits ein wenig aus der Ent­ste­hung erzählt. Bei mir kam das Schrei­ben der Rei­se­füh­rer zuerst. Mei­nen ers­ten Rei­se­füh­rer habe ich selbst geschrie­ben, selbst gestal­tet, selbst dru­cken las­sen und auch selbst an die Buch­hand­lun­gen ver­trie­ben. Erst als sich her­aus­stell­te, dass das Buch über­ra­schend gut ver­kauft wur­de, frag­te mich der DuMont Ver­lag, ob ich nicht meh­re­re Rei­se­füh­rer über die Inseln des Indi­schen Oze­ans für ihn schrei­ben möch­te. So ent­stand jeweils ein Rei­se­füh­rer über Mada­gas­kar und die Komo­ren, einer über die Sey­chel­len, einer über Mau­ri­ti­us und zuletzt auch einer über die Male­di­ven. Der DuMont über Mada­gas­kar wur­de inzwi­schen aus dem Pro­gramm des Ver­lags genom­men weil sei­ne Auf­la­gen zu gering wur­den. Ihn ersetzt nun das Rei­se­hand­buch zu Mada­gas­kar aus der Rei­he „Rei­se Know How“ für den ich vor ein paar Jah­ren den auf Mada­gas­kar leben­den deut­schen Jour­na­lis­ten Klaus Hei­mer als Co-Autor gewin­nen konn­te.

Den Rei­se­ver­an­stal­ter „Traum­in­sel Rei­sen“ grün­de­ten mei­ne Frau und ich erst eini­ge Jah­re spä­ter. Es stell­te sich näm­lich her­aus, dass wir täg­lich meh­re­re Anru­fe beka­men in denen Leser der Rei­se­füh­rer frag­ten wie man eine Rei­se zu den Inseln am Bes­ten orga­ni­sie­ren kann. Und irgend­wann sag­ten wir uns: Wenn wir schon die Rei­se­be­ra­ter für die Inseln im west­li­chen Indi­schen Oze­an gewor­den sind, dann machen wir es doch gleich rich­tig: als Rei­se­ver­an­stal­ter mit eige­nem Pro­spekt!

Rei­sen wir zurück nach Mau­ri­ti­us – wie hat sich die Insel und der Urlaub auf Mau­ri­ti­us in den letz­ten 25 Jah­ren ver­än­dert?

Die Unter­schie­de sind einer­seits gra­vie­rend, ande­rer­seits ist auch vie­les geblie­ben wie damals. Rund um die Insel sind vie­le gro­ße und her­vor­ra­gen­de Hotels ent­stan­den. Schma­le Stra­ßen auf denen nur hin und wie­der ein alter, und mit einer Groß­fa­mi­lie völ­lig über­la­de­ner Citro­en 2CV oder Renault R4 vor­bei­tu­cker­te, wur­den zu gro­ßen Über­land­stra­ßen aus­ge­baut auf denen zeit­wei­se dich­ter Ver­kehr herrscht. Der Tou­ris­mus und die Tex­til­in­dus­trie haben viel Geld ins Land gebracht, das den Import von Autos und ande­ren Gütern ermög­lich­te, die das täg­li­che Leben erleich­tern – oder zumin­dest beschleu­ni­gen.

Nach wie vor aber ist die Zucker­in­dus­trie die wich­tigs­te Lebens­ader der Insel und bei der Zucker­pro­duk­ti­on hat sich nur wenig ver­än­dert. Nach wie vor wird das Rohr von Hand mit der Mache­te geschla­gen, von den Blät­tern befreit und auf gro­ße Last­wa­gen gela­den. Zucker­roh­fel­der und Zucker­ar­bei­ter prä­gen wei­te Tei­le der Land­schaf­ten der Insel vor allem im Inse­lin­ne­ren.

Was macht die Insel beson­ders und unter­schei­det sie von den Nach­bar­in­seln, etwa Mada­gas­kar oder den Sey­chel­len?

Das ist eine sehr umfas­sen­de Fra­ge. Um sie ange­mes­sen zu beant­wor­ten, müss­te man sich nicht nur über die Land­schaf­ten, son­dern auch aus­führ­lich über die Kul­tu­ren, Spra­chen, Musik die­ser drei so unter­schied­li­chen Insel­wel­ten unter­hal­ten. Das sprängt den Rah­men eines kur­zen Inter­views. Nur soviel: Mada­gas­kar ist ein Kon­ti­nent mit einer völ­lig eigen­stän­di­gen Kul­tur, Reli­gi­on und Bevöl­ke­rung, die sich im Wesent­li­chen aus Ein­wan­de­rern aus Süd­ost­asi­en, Ara­bi­en und Afri­ka zusam­men­setzt. Die Sey­chel­len sind die „Traum­in­seln“ wie aus dem Bil­der­buch. Schnee­wei­ße Pal­men­strän­de von dun­kel­grü­nem, dich­tem Wald begrenzt in dem ein­zel­ne Hüt­ten ste­hen. Hin und wie­der ein klei­ner Ort mit Bus­hal­te­stel­le und Kramer­la­den und eine Insel­haupt­stadt mit 15.000 Ein­woh­ner.

Gibt es einen typi­schen Mau­ri­ti­usur­lau­ber?

Ja, den gibt es! Es han­delt sich in der Regel – Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel – um anspruchs­vol­le Urlau­ber im Hin­blick auf Ser­vice- und Essens­qua­li­tät, um sport­li­che Urlau­ber, die von den vie­len inklu­dier­ten Ange­bo­ten der 5‑Sternehotels pro­fi­tie­ren möch­ten, bei denen oft im Zim­mer­preis Wind­sur­fen, Segeln, Was­ser­ski, Kite­sur­fen oder gar täg­lich eine Run­de Golf auf dem hotel­ei­ge­nen oder dem Hotel benach­bart gele­ge­nen 18 Loch Cham­pions­hip Golf­platz abso­lu­ter Spit­zen­klas­se inklu­diert ist. Der typi­sche Mau­ri­ti­usur­lau­ber legt Wert auf guten, freund­schaft­li­chen Kon­takt zu den Mau­ri­ti­ern die er in sei­nem Urlaubs­do­mi­zil trifft. Er ist aber eher kein Rei­sen­der, der Kul­tur oder über­wäl­ti­gen­de Natur ent­de­cken will. Er will auch nichts Außer­ge­wöhn­li­ches „erle­ben“, son­dern will sich bei sei­nen Lieb­lings­be­schäf­ti­gun­gen erho­len und genießt es für 14 Tage „König Gast“ zu sein. Und kaum anders­wo wird ihm die­ses Gefühl ver­mit­telt wie in Mau­ri­ti­us.

Mir ist mit gro­ßem Inter­es­se auf­ge­fal­len, dass Sie – neben vie­len ande­ren Kate­go­rien – auch beson­ders natur­na­he, dem Natur­schutz ver­bun­de­ne Arran­ge­ments anbie­ten. Auch für Mau­ri­ti­us?

Ja, hier macht sich die jahr­zehn­te­lan­ge Kennt­nis der Inseln beson­ders bemerk­bar. Immer wie­der „ent­de­cken“ wir klei­ne, natur­nah und öko­lo­gisch bewusst geführ­te klei­ne Unter­künf­te, die es sich nicht leis­ten kön­nen inter­na­tio­nal zu wer­ben. Wir bie­ten unse­ren Gäs­ten dann sol­che Häu­ser an, wenn wir den Ein­druck haben, dass sie das Rich­ti­ge für sie sind. Mit dem Auf­fin­den sol­cher Juwe­len sind „Gene­ra­lis­ten“ in der Regel über­for­dert.

Wenn ich nur einen Tag Zeit hät­te auf Mau­ri­ti­us – wel­chen Tags­ab­lauf wür­den Sie für mich pla­nen?

Ich wür­de ver­su­chen Sie davon zu über­zeu­gen, dass es wenig sinn­voll ist, Mau­ri­ti­us an einem Tag ken­nen ler­nen zu wol­len. Ehr­lich gesagt habe ich so einen Wunsch auch noch nie gehört. Mau­ri­ti­us ist eine wun­der­ba­re Insel um sich zu erho­len und hin und wie­der einen Aus­flug in ein nahe­ge­le­ge­nes Natur­re­ser­vat, in die Haupt­stadt Port Lou­is zu machen oder gar mal einen Tag lang auf einen Berg­gip­fel zu stei­gen. Mehr und mehr unse­rer Gäs­te machen auch von unse­rem Ange­bot Gebrauch 14 Tage nicht in nur einem Hotel zu ver­brin­gen, son­dern zu wech­seln. Mit einem Miet­wa­gen erkun­den sie auf eige­ne Faust die Regi­on rund um ihr jewei­li­ges Hotel, gehen in ein nicht zu weit ent­fern­tes Restau­rant zum Abend­essen oder besu­chen einen Strand abseits von Hotels der nor­ma­ler­wei­se von Mau­ri­ti­ern genutzt wird. Und die Hotel­trans­fers von einer Küs­te zur ande­ren bau­en wir zu inter­es­san­ten Aus­flugs­fahr­ten aus. Unser Fah­rer holt die Gäs­te mor­gens nach einem gemüt­li­chen Früh­stück ab und packt die Kof­fer ein. Dann bespricht er mit den Gäs­ten eine von ihm geplan­te Tages­rou­te und die dabei besuch­ten, inter­es­san­ten Regio­nen. Dann haben sie einen ange­neh­men Tag im beque­men Wagen mit Unter­bre­chun­gen zum Wan­dern, für Besich­ti­gun­gen oder einem Mit­tag­essen in einem gemüt­li­chen klei­nen Restau­rant. Am Nach­mit­tag errei­chen sie Ihr neu­es Hotel, machen es sich im Zim­mer bequem und genie­ßen einen ers­ten Son­nen­un­ter­gang im Strand­re­stau­rant. Das ist eine beque­me Art nicht nur den Kom­fort eines Hotels zu genie­ßen, son­dern auch die Insel und sei­ne Bewoh­ner ken­nen zu ler­nen.

Herr Därr, wenn Sie selbst auf der Insel sind – wo trifft man Sie? Wel­che Orte besu­chen Sie immer wie­der gern?

Auf Mau­ri­ti­us gibt es – wie über­all – vie­le Orte die man gese­hen haben möch­te und soll­te, aber die man nicht unbe­dingt ein zwei­tes Mal besucht. Ich selbst bin für die­se Fra­ge, wel­che ich ger­ne immer wie­der besu­che ohne­hin ein schlech­ter Ansprech­part­ner, denn wenn ich nach Mau­ri­ti­us kom­me, habe ich einen gedräng­ten Ter­min­plan. Ich muss alles unter die Lupe neh­men was über Neu­es berich­tet wur­de. Lohnt es sich dar­über zu schrei­ben? Oder soll­te ich es gar in unser Ver­an­stal­tungs­pro­gramm über­neh­men? Stimmt es, dass Hotel „XY“ seit dem Manage­ment­wech­sel nicht mehr auf dem glei­chen Niveau ist wie vor­her? Zum Besuch von mir bekann­ten, schö­nen Plät­zen bleibt da kein Raum – lei­der.

Was wün­schen Sie Mau­ri­ti­us für die nächs­te Zeit?

Mau­ri­ti­us befin­det sich an einem Schei­de­weg, zwi­schen einer tou­ris­tisch hoch­wer­ti­gen, luxu­riö­sen „Edel­des­ti­na­ti­on“ und einer über den Preis ver­kauf­ten „Bil­lig­des­ti­na­ti­on“. Es ist schwer einen Rat zu geben, wie es wei­ter gehen soll, denn bei­de Ver­sio­nen kön­nen hel­fen den Lebens­stan­dard der in wei­ten Tei­len noch armen Bevöl­ke­rung zu höhe­rem Lebens­stan­dard zu ver­hel­fen. Ich wün­sche den Mau­ri­ti­ern, dass ihre „Ent­schei­der“ die Weis­heit besit­zen den für das Land und sei­ne Bevöl­ke­rung bes­ten Weg zu fin­den.

Vie­len Dank für das Gespräch!