Jere­my Kunz betreibt einen der unter­halt­sams­ten und infor­ma­tivs­ten Schwei­zer Tou­ris­mus­blogs — TKKG.ch. Eine sei­ner letz­ten Rei­sen führ­te ihn nach Mau­ri­ti­us und wir hat­ten Gele­gen­heit, mit Jere­my übers Rei­sen und über Mau­ri­ti­us zu spre­chen.

TKKG auf Mau­ri­ti­us” — Inter­view mit Jere­my Kunz, Blog­ger und Glo­be­trot­ter

Jere­my, was haben Tim, Karl, Klöß­chen und Gaby und ein  tou­ris­ti­sches Rei­se­b­log aus der Schweiz gemein­sam?

Sehr gute Fra­ge. Ursprüng­lich begann es mit der Idee, eine Domain zu haben, bei der alle einen Bezug dazu haben. Jeder der den Namen TKKG.ch hört, fragt nach, wie­so aus­ge­rech­net die Adres­se und hat sich damit die Domain gemerkt. Ursprüng­lich war es ein Aller­lei­blog — heu­te wür­de ich eher eine Domain mit Rei­se­be­zug aus­wäh­len, jedoch ist es unter­des­sen „mein Baby“ gewor­den und da ist es schwie­rig, ein­fach so auf eine neue Adres­se zu wech­seln 🙂

Stell uns dich und dein Web­pro­jekt bit­te etwas näher vor.

Das Inter­es­se am rei­sen war schon immer vor­han­den. Die­ses wur­de so gross, das ich mei­nen Aller­lei­blog auf das Rei­sen aus­ge­rich­tet habe mei­nen Job bei Apple Schweiz für eine Stel­le als Fili­al­lei­ter bei L‘TUR auf­ge­ge­ben habe und heu­te das rei­sen mit dem blog­gen eine per­fek­te Ergän­zung für mich dar­stellt. Ich war schon immer sehr tech­nik­in­ter­es­siert und das Inter­net übt seit Ewig­kei­ten einen beson­de­ren Reiz auf mich aus — heu­te habe ich hier eine tol­le Mög­lich­keit gefun­den, bei­des zu ver­bin­den.

Was bedeu­tet Rei­sen für dich, wel­che Art des Rei­sens  bevor­zugst du?

Rei­sen bedeu­tet für mich die Chan­ce, frem­de Kul­tu­ren ken­nen­zu­ler­nen. Dies fängt bei der Begrüs­sung an und hört beim Essen auf. Rei­sen bedeu­tet auch abschal­ten vom oft­mals stres­si­gen All­tag und natür­lich bedeu­tet rei­sen für mich auch Aben­teu­er. Frü­her war ich immer mit mei­nem Ruck­sack unter­wegs und habe Pau­schal­tou­ris­ten nicht ver­stan­den. Heu­te lie­be ich bei­des.  Pau­schal zu rei­sen heisst, sich nur auf das Land und die Men­schen kon­zen­trie­ren zu müs­sen. Oder ein­fach am Strand lie­gen — ganz so, wie man es gera­de mag. Ruck­sack heisst für mich auch immer, am Mor­gen zu schau­en, wo ich am Abend schla­fen wer­de.

Nach wel­chen Kri­te­ri­en wählst du dei­ne Rei­sen aus und wie berei­test du dich dar­auf vor?

Wich­tigs­ter Punkt: Ich darf noch nie dort gewe­sen sein (Aus­nah­me New York). Zwar wird dies ab und wann gebro­chen, so war ich inner­halb von einem Jahr zwei mal in Peking, aber all­ge­mein ist die Regel in Stein gemeis­selt. Oben­drauf kom­men Kri­te­ri­en wie Aben­teu­er­lust oder die Lust, ein­fach am Strand zu lie­gen oder eine Stadt zu erkun­den.

Dei­ne mitt­ler­wei­le 34. Rei­se hat dich nach Mau­ri­ti­us geführt – wie kam es dazu?

Es dürf­ten eini­ge mehr sein — aber nicht alle wur­den doku­men­tiert 😉 Mau­ri­ti­us ent­stand im Janu­ar die­sen Jah­res. Ich und mei­ne  Freun­din (auch Sie ist in der Rei­se­bran­che tätig) woll­ten eine Insel besu­chen, die wir bei­de noch nie gese­hen haben. Mau­ri­ti­us gewann schliess­lich auch wegen der direk­ten Flug­ver­bin­dung von der Schweiz aus.

Mit wel­chen Vor­stel­lun­gen bist du auf die Insel geflo­gen?

Ich habe vor der Rei­se viel recher­chiert. Unter ande­rem, weil ich für jede Rei­se Spon­so­ren suche und mich des­we­gen schon genau mit dem Rei­se­ziel befas­se. Mau­ri­ti­us war den­noch so umfang­reich das ich wuss­te, das ich nach den zwei Wochen noch lan­ge nicht alles gese­hen haben wer­de. Gleich­zei­tig hat­te ich kei­ne Ahnung, was mich im tou­ris­tisch erschlos­se­nen Nor­den der Insel (dort ver­brach­ten wir unse­re ers­te Woche) erwar­ten wür­de. Auf jeden Fall woll­te ich rela­xen.

Und wel­che Ein­drü­cke hast du wie­der mit nach Hau­se genom­men?

Mau­ri­ti­us ist eine der grüns­ten Inseln die ich ken­ne. Nicht gera­de wegen dem Abfall­sys­tem, aber auf jeden Fall wegen der  unglaub­li­chen Tee­plan­ta­gen und Zucker­rohr­fel­der. Die­se sind unbe­schreib­lich gross und schön. Aus­ser­dem ist es inter­es­sant, wie die ver­schie­de­nen Kul­tu­ren neben­ein­an­der leben. Das die Insel viel­sei­tig ist wuss­te ich ja bereits, es über­rasch­te mich dann aber doch, wie vie­le Aus­flugs­mög­lich­kei­ten es auf  der Insel gibt.

Du schreibst, foto­gra­fierst, filmst, twit­terst, bist auf Face­book aktiv – wie wich­tig ist dir das Zusam­men­spiel der ver­schie­de­nen Medi­en?

Sehr wich­tig. Es ist inter­es­sant, die neu­en Medi­en dafür zu nut­zen, Men­schen zu zei­gen, was man alles ent­de­cken kann, wenn man sich von eben die­sen Medi­en mal ein wenig befreit 😉 Ich foto­gra­fie­re übri­gens immer, weil ich Angst habe, im Alter ein­mal zu ver­ges­sen, wie toll das Leben ist. Du kennst doch die­se gries­grä­mi­gen alten Men­schen? Wenn ich dann ein­mal in eine sol­che Pha­se kom­men soll­te, schaue ich mir die Bil­der und Vide­os an und hof­fe, damit mei­ne Offen­heit frem­den Kul­tu­ren und Men­schen gegen­über wie­der erwe­cken zu kön­nen 🙂

Von Accra bis Zypern – du kommst viel rum in der Welt. Wel­che dei­ner Rei­sen sind dir in ganz beson­de­rer Erin­ne­rung geblie­ben?

Im Febru­ar ging ich für zwei Tage nach Peking. Das war so ver­rückt, das es mir immer in Erin­ne­rung blei­ben wird. Ansons­ten wer­de ich die Chi­na­rei­se im letz­ten Jahr nicht ver­ges­sen. Das Land hat so vie­le Kon­tras­te. Wüs­te-Schnee, Armut-Reich­tum, Kul­tur-Indus­trie etc. und das alles teil­wei­se unmit­tel­bar neben­ein­an­der. Auf jeden Fall war es eine der span­nends­ten Erfah­run­gen bis­her.

Auf wel­che Län­der oder Städ­te möch­test du an dei­ner vir­tu­el­len Rei­se­kar­te unbe­dingt noch ein blau­es Fähn­chen pin­nen?

Ich möch­te unbe­dingt ein­mal auf die Male­di­ven flie­gen. Auch Afri­ka will ich noch näher erkun­den und ein­mal im Leben muss ich den Kar­ne­val in Bra­si­li­en erle­ben. Viet­nam wird hof­fent­lich auch eine mei­ner nächs­ten Rei­sen 🙂

Zum Abschluss noch unse­re Stan­dard­fra­ge: Was wünschst du Mau­ri­ti­us für die nächs­te Zeit?

Ich wün­sche Mau­ri­ti­us, das Sie Ihr Lachen bei­be­hal­ten und gleich­zei­tig etwas für die Umwelt tun. In vie­len Orten ist man schon sehr weit, was das The­ma Müll­ent­sor­gung angeht. Doch da gibt es Orte, wel­che hier noch Nach­hol­be­darf haben. Aus­ser­dem, das Sie in Punk­te Tou­ris­mus eine blü­hen­de Zukunft haben, inkl. eige­ner Air­line (Air Mau­ri­ti­us) wel­che aktu­ell ja nicht so gut dasteht — dies ändert sich hof­fent­lich bald wie­der. Ich den­ke, Mau­ri­ti­us braucht ein­fach die Direkt­ver­bin­dun­gen nach Deutsch­land und die Schweiz, um die­sen Markt voll nut­zen zu kön­nen.

Vie­len Dank für das Gespräch!

In den nächs­ten Tagen wird Jere­my auf TKKG.ch Rei­se­be­rich­te, Infos und Vide­os zu sei­nem Mau­ri­ti­us-Auf­ent­halt pos­ten. Es lohnt sich also immer mal wie­der vor­bei zu schau­en.